5 Jahre Heidrom
Die Spitzencuvée aus dem Hause Pfaffl feiert heuer ihr 5 jähriges Jahrgangs-Jubiläum.
Nicht ohne Grund gaben Heidi und Roman ihre Namen für dieses Ensemble, das nur in besonders guten Jahrgängen gekeltert wird.
Dank der außergewöhnlichen Wetterbedingungen in den letzten Jahren mußte der Heidrom allerdings nur 2001 pausieren.
Seit dem ersten Heidrom, der übrigens im Zuge der Eröffnung der neuen Verkostungsräumlichkeiten von Weinpfarrer Hans Denk
getauft wurde, hat sich einiges getan. Nicht nur die Sortenzusammensetzung des Heidroms stand im Wandel, auch im Weingut selbst
gab es so einige Veränderungen. Gleich blieb allerdings die Ausbauweise: 24 Monate wird die Top-Cuvée in Barriques gelagert,
danach 10 Monate auf der Flasche, bevor sie in den Verkauf kommt. Reden machten allerdings alle fünf Jahrgänge von sich und
lagen bei jeder Verkostung im Spitzenfeld. Hier ein Streifzug, durch die Heidrom-Jahrgänge und durch ein kleines Stück
Weingut-Geschichte:
Heidrom 2000
60% CS / 40% ZW
Optimale Wetterverhältnisse, besonders für den Rotwein - der Herbst war wunderschön, die Reife schnellte in die Höhe. So
wurde der erste Heidrom gelesen, der dann – wie alle darauffolgenden Jahrgänge auch - 24 Monate in Barriques gelagert wurde.
Aber auch sonst tat sich einiges in diesem Jahr. Aus den ursprünglich 30 Hektar Rebfläche sind mit einem Schlag 41 geworden,
denn das Schlossweingut Bockfliess wurde übernommen.
Heidrom 2002
60% CS / 40% ZW
Dieser Jahrgang erforderte wesentlich mehr Arbeit: Schuld war eine Regenphase Ende August und Anfang September, die Fäulnis in
die Weingärten brachte. Wir mußten gleich mal durch alle Weingärten gehen, um die gefaulten Trauben auszulesen. Allerdings wurden
wir für diese Arbeit dann mit grandioser Qualität belohnt, denn es folgte ein wunderschöner Herbst. Und das zeigte sich später auch
in den Bewertungen – Silber beim Austrian Wine Challenge und beim Premium Select Wine Challenge, 91 Falstaff- und A la Carte-Punkte,
"This wine displays finesse in every phase" schreibt "The Ultimate Austrian Wine Guide". Wer weiß, vielleicht liegt der Grund für
dieses Lob auch ein bisschen in der neuen Kellerei, die in diesem Jahr gebaut und auch gleich bei dieser Ernte in Betrieb genommen
wurde. Die Barriques jedenfalls, in denen auch dieser Heidrom 24 Monate lagerte, wurden schon im neuen Barriquelager untergebracht.
Heidrom 2003
40% ME / 30% CS / 30% ZW
Wieder ein turbulentes Jahr für uns Pfaffl’s. Nachdem die Kellerei ja schon im Vorjahr errichtet wurde, machten wir uns nun an die
Verkostungsräume. Der ganze alte Bauernhof wurde in moderne, lichtdurchflutete Räume umgebaut. Mit etwas Fantasie kann man sich aber
immer noch vorstellen, wo vorher der Schweinestall, der Strohboden, der Rinderstall war... Das waren noch Zeiten! Aber zurück zum
Jahrgang 2003: Bilderbuchwetter für den Rotwein und auch noch eine neue Rebsorte: Der Merlot kommt erstmals in Spiel! Die Cuvée
findet Anklang, auch bei Robert Parker: "...the 2003 Heidrom is also well worth serious attention, particularly as my tasting of older
vintages of these top Pfaffl reds demonstrate their ability to complexify over at least eight to ten years' time."
Heidrom 2004
40% ME / 30% CS / 30% ZW
In diesem Jahr wagten wir uns über die Grenzen. Nämlich über die Grenzen des Weinviertels nach Wien. Wir übernahmen unsere Weingärten
auf der Stammersdorfer Seite des Bisamberges. Aber das hat mit dem Heidrom herzlich wenig zu tun. Der bleibt nach wie vor ein
Weinviertler. Weil die Trauben so gesund sind, lassen wir sie länger hängen. A la Carte gibt uns dafür 93 Punkte und nennt den Wein
"fast brillant". Oder liegt es daran, dass hier erstmals Roman jun. im Weingarten und Keller mitwerkt?
Heidrom 2005
70% ME / 30% CS
Roman sen. ist nicht langweilig und lässt den Jungen werken. Mittlerweile werden Junganlagen nur mehr nach der Doppelstockerziehung
gepflanzt, weil’s der Junior so mag. Die Reben haben dadurch eine stärkere Wasserkonkurrenz und sind gezwungen, sich ihr Wasser
in tieferen Zonen zu suchen. Das fördert die Mineralität, meint er. Und er meint auch, dass sich der Heidrom deutlicher von der
fruchtigeren Cuvée Excellent abheben soll – also kein Zweigelt mehr! Roman hat ordentlich zu tun, denn im Jahr 2005 heißt es auslesen,
auslesen, auslesen. Schuld war wieder ein verregneter August. Dann folgte allerdings ein ungewöhnlich sonniger Herbst, was wiederum
der Qualität sehr förderlich war. Nach 24 Monaten im Barriques und 10 Monaten auf der Flasche wird er nun - im Herbst 2008 präsentiert
– und wenn es so ist, wie Robert Parker schon beim Jahrgang 2003 erwähnt hat, dann wird er noch viele Jahre Vergnügen bereiten!